Wettbergen

1. März 2010

Zukunftsweisender Bebauungsplan für Klimaschutzsiedlung „In der Rehre“ auf dem Weg durch die Ratsgremien

Mit der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans "In der Rehre" startet jetzt ein zukunftsweisendes und in Deutschland wohl einmaliges Bauprojekt: eine so genannte Klimaschutzsiedlung für ca. 300 Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser, deren Energiebedarf vollständig klimaneutral sein wird. Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff und seine Mitarbeiterinnen von der Klimaschutzleitstelle der Stadt stellten das Projekt am Montag (1. März 2010) im Umweltausschuss des Rates vor. Mönninghoff: "Nach der vor mehr als zehn Jahren gebauten Kronsberg-Siedlung wird "In der Rehre" eine neue innovative Siedlung mit hoher Lebensqualität, die auch wieder international bei StädteplanerInnen und Umweltexperten für Aufmerksamkeit sorgen wird."

Erstmalig und beispielhaft werden auf einer 26 Hektar großen Fläche, die zu 1/3 der Stadt und 2/3 zwei privaten Wohnungsbauinvestoren gehört, alle Möglichkeiten des Baurechtes ausgeschöpft, um zukünftigen Bauherren optimale Voraussetzungen für den Bau besonders energiesparender Häuser zu bieten. Ziel der städtebaulichen Planung ist es, den CO2-Ausstoß für Heizung und Haushaltsstrom soweit wie möglich zu minimieren, so dass lediglich unvermeidbare CO2-Emissionen durch regenerative Energieerzeugungsanlagen kompensiert werden müssen. Das Warmwasser für die Häuser wird, soweit Hannovers Wetter das zulässt, selbstverständlich über auf den Hausdächern installierte Sonnenkollektoren produziert.

Wichtigster Baustein ist der Bau von Passivhäusern, die mit einem Minimum an Heizwärmebedarf auskommen. Eine Voraussetzung ist, dass die Sonne die Gebäude ohne Verschattung durch Nachbargebäude optimal erreicht und die Gebäude durch Festlegung der Anzahl der Vollgeschosse möglichst kompakt sind. Innerhalb dieser Festlegung bleiben den Bauherren jedoch wesentliche Freiheiten für Gebäude- oder Dachformen, damit eine individuelle hochwertige Architektur verwirklicht werden kann. Durch die optimalen Planungsvorgaben werden Häuser mit z. B. 130 bis 160 Quadratmeter Wohnfläche noch einen Rest-Heizenergiebedarf von 1.600 kW/a haben, was bei einem 130-Quadratmeter-Haus nur 160 Liter Heizöl pro Jahr entspricht. Dies ist 85 Prozent weniger als bei gleich großen Häusern, die heute nach dem gesetzlich geforderten Standard gebaut werden.

Außerdem benötigen die Häuser noch ca. 2.400 kWh/a Strom für Beleuchtung, Computer usw., sodass der gesamte Kompensationsbedarf für eine Klimaneutralität im Mittel ca. 4.000 kWh/a je Haushalt betragen wird. Dieser soll über die Reaktivierung der aufgegebenen Wasserkraftanlage Döhrener Wolle gedeckt werden, an dem sich jedes Baugrundstück mit 1.000 Euro Investitionszuschuss beteiligen wird. Dies ist ebenso wie die Verpflichtungen zur Passivhausbauweise und Solaranlage über einen städtebaulichen Vertrag mit den Projektpartnern Meravis und NLG geregelt.

Zusätzlich zum zukunftsweisenden Energiekonzept wird die direkt an ein Landschaftsschutzgebiet grenzende Siedlung besonders hochwertige Freiflächen mit großzügigen Grünzügen und ein optimales Wasserkonzept haben. Das Regenwasser wird in so genannten Mulden-Rigolen ortsnah versickert, sodass genauso viel Wasser abfließt wie bisher. Eine zusätzliche Belastung des Hirtenbachs wird damit auch bei starken Regenfällen vermieden.

Ende 2010 beginnt die Vermarktung der Baugrundstücke, die für die drei Partner von Meravis koordiniert wird. Die Preise für die erschlossenen Grundstücke werden sich je nach Lage innerhalb des Areals zwischen 190 und 240 Euro/Quadratmeter bewegen.

Baubeginn für die ersten Häuser soll noch vor Sommer 2011 sein. Die hochwertige ökologische Bebauung hat zwar ihren Preis - die Investitionskosten werden voraussichtlich ca. acht bis 15 Prozent höher sein als bei einem Standardhaus, doch diese Mehrkosten werden innerhalb von wenigen Jahren durch laufende Einsparungen bei den Energiekosten wieder eingespart.

Am 4. März 2010, 11:35 Uhr, schrieb Harald Nolte:

Hallo zusammen,
nicht nur Öko reden auch Öko Handeln.

1.) Transit Verkehr von der B217 auf die B6 behindern
2.) Öffis in das Quartier in der Rehre leiten.

 

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Artikel: Pressemitteilung, LH Hannover