Marianne Schöberle

13. Mai 2006

Marianne Schöberle Regionsabgeordnete
Ratsfrau der Landeshauptstadt Hannover
Beratendes Mitglied im Bezirksrat Ricklingen (parteiunabhängig)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

meinen Antrag, die traditionsreiche hannoversche Kinderkureinrichtung "Stranddistel" auf Spiekeroog nicht zu schließen, haben die großen Fraktionen im Rat der Stadt Hannover leider abgelehnt. Es wurde damit dem Antrag der Verwaltung, die Stranddistel zum 1.1.2007 zu schließen, gefolgt. Argumentiert wurde hauptsächlich von den Finanzen her und außerdem damit, dass die Kinder ja in anderen Heimen von den Krankenkassen finanzierte Kuren bekommen können. Meiner Argumentation, dass die Krankenkassen Kuren für Kinder nur in geringem Maße bewilligen und es einen viel höheren Bedarf an Erholungsaufenthalten für hannoversche Kinder gibt und wir damit eine gute Gesundheitsprävention leisten, wurde vom Tisch gewischt. Auch das Argument, dass die Stranddistel ein Identifikationspunkt für die Hannoveraner sei (immerhin waren 40.000 hannoversche Kinder in den 90 Jahren seit Bestehen der Stranddistel dort zur Erholung) interessierte nicht. Ebenso wenig zog das Argument, dass die Stranddistel ein Alleinstellungsmerkmal für Hannover als kinderfreundliche Stadt bedeute, weil keine andere Großstadt ein solches Schmuckstück für die Erholung seiner Kinder hat. Dass hier erneut Arbeitsplätze gestrichen werden, wurde als Argument ebenfalls nicht anerkannt.
Vage wurde dagegen angedeutet, dass im Herbst noch einmal diskutiert werden soll, wenn sich die Belegungszahlen der Krankenkassen gebessert haben.
Ich vertraue nicht darauf, dass dies Thema noch einmal aufgegriffen wird und befürchte, dass hier Fakten geschaffen wurden, die nicht mehr geändert werden. Dies finde ich für die hannoverschen Kinder sehr, sehr schade; den Kindern wird hiermit etwas genommen.

Mein Antrag, das Essengeld in den Kitas zum 1.8.2006 wieder zu streichen, steht Ende Mai und im Juni in den Fachausschüssen des Rates und im Rat zur Debatte. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen. Die jüngste Presseberichterstattung, wonach das Essengeld auch bei einer 3-monatigen Kur zu zahlen ist, zeigt einmal mehr, dass es um eine Elternbeitragserhöhung und Mehreinnahmen ging und nicht um einen Sachkostenbeitrag zum Essen.

Für den Rat am 4.5.06 habe ich eine Anfrage zu einem JugendSportZentrum, das die Verwaltung einrichten will, gestellt. Dieses Zentrum soll die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit und Sportvereinen forcieren. Eine wissenschaftliche Begleitung ist für 5 Jahre vorgesehen. Grundsätzlich ist die verstärkte Zusammenarbeit von Jugendeinrichtungen und Sportvereinen sehr zu begrüßen. Frage ist aber, ob ein solches "Oberzentrum", das erst einmal fünf Jahre erprobt wird, wirklich Sinn macht oder ob nicht besser gleich die Zusammenarbeit der vorhandenen Jugendeinrichtungen mit den Sportver-einen vor Ort wirksam gestärkt werden soll. Ich werde Ihnen die Antwort der Verwaltung berichten.

Nachgefragt habe ich in der Verwaltung nach der Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens in Wettbergen-West. Die Fertigstellung verzögert sich leider durch die lange Kälteperiode auf den Frühsommer. Weil ich viele Anfragen zur Ausgestaltung des Regenrückhaltebeckens bekommen habe habe ich in einem Schreiben an den Bezirksbürgermeister nach der Fertigstellung eine Führung vor Ort für interessierte Bürgerinnen und Bürger durch die Stadtentwässerung Hannover angeregt.

Meine Anträge, Anfragen und die Antworten der Verwaltung sende ich Ihnen per e-mail gerne zu. Kontakt: Marianne.Schoeberle@Hannover-Rat.de

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Marianne Schöberle

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